Open Call
Afroklick.de - Das Schwarze Wissensarchiv
Schwarze Menschen sind seit Jahrhunderten Teil der Geschichte Europas und Deutschlands. Ihre Beiträge und Schicksale, ihre Errungenschaften und Biographien haben Geschichte, Alltag, Kultur und Wissenschaft in Deutschland und Europa mitgeprägt. Heute leben hunderttausende von Schwarzen Menschen in der Bundesrepublik.
Dennoch sind Themen und Perspektiven, Inhalte und Kunstwerke, die für Menschen afrikanischer Herkunft wichtig sind, zu selten in Medien und Schulbüchern, in Literatur und im deutschsprachigen Internet zu finden.
Gleichzeitig bietet die Gegenwart uns ungeahnte Möglichkeiten: Noch nie war es möglich, so einfach und so schnell ein so großes Publikum mit Texten und Kunst zu erreichen. Afroklick bietet der Afro-Community in Deutschland eine Website, um diese Möglichkeiten zu nutzen.
Afroklick <http://www.afroklick.de> ist eine empowernde Plattform von Schwarzen Menschen für Schwarze Menschen, auf der Wissen, das für uns relevant ist, geteilt und diskutiert werden kann.
Wir suchen Schwarze Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler jeden Alters, die Lust haben, einen Beitrag zu Afroklick <http://www.afroklick.de> zu leisten.
Es kann sich dabei um wissenschaftliche Texte, Gedichte, Geschichten, Fotos, Zeichnungen, Videos oder Liedtexte handeln. Wichtig ist, dass sie aus eurer eigenen Feder stammen.
Die Beiträge werden am 30.01.09 veröffentlicht, wenn Afroklick <http://www.afroklick.de> online geht.
P.S.: Wir suchen auch noch Unterstützung von Schwarzen Menschen, die Lust haben, uns bei der Betreuung der Seite zu helfen. Wenn ihr Interesse habt, meldet euch bei uns.
“Freispruch mangels Beweisen” lautet das Urteil im Prozess um den Tod von Oury Jalloh (klick HIER), der im Januar 2005 unter mysteriösen Umständen in Dessauer Polizeigewahrsam verbrannte. Laut Gericht gab und gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die beiden angeklagten Polizisten den Tod Jallohs vorsätzlich herbeigeführt hätten. Es ist beinahe Hohn, dass der Film zum Fall Oury Jalloh vor wenigen Tagen mit dem “Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2008″ ausgezeichnet wurde (klick ouryjalloh-derfilm.de).
Teaser “Oury Jalloh - Der Film”
Nach der Urteilsverkündung brachen im und vor dem Gericht Tumulte aus - Unverständnis und Enttäuschung auf Seiten der Freunde, Bekannten und Demonstranten. Für viele von ihnen dienten der Fall “Jalloh” und der Prozess auch als exemplarisch für das Verhalten der Polizei in Sachsen-Anhalt. Vor allem Schwarze in Dessau fühlen sich von der Polizei regelmäßig schikaniert - Vorfälle häufen sich, rechte und rassistische Straftaten würden nicht ausreichend verfolgt.
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) zeigte sich über den Tod Oury Jallohs bestürzt und kündigte ein Disziplinarverfahren gegen die angeklagten Polizisten an. Die disziplinarrechtliche Verantwortung müsse unabhängig von der strafrechtlichen Schuld überprüft werden.
Dass der Glaube an die deutsche Justiz besonders unter den Afros in Deutschland mehr und mehr schwindet, verwundert nicht. Einige Gerichtsurteile der vergangenen Zeit scheinen den institutionellen Rassismus zu belegen. Erst in der vergangenen Woche wurde ein Bremer Arzt freigesprochen - ein Mann aus Sierra Leone starb nach einem umstrittenen Brechmitteleinsatz durch den Mediziner (klick HIER - reuters.com). Dagegen stehen Urteile, wie das gegen Tibor Sturm, einer unserer BK-Aktivisten. Er sitzt derzeit seine Haftstrafe in Bayern ab, weil er sich bei einem Angriff Rechtsextremer zur Wehr setzte und dabei einen der Angreifer so unglücklich traf, dass dieser ins Koma fiel (klick HIER).
Immer aktuell im Fall Oury Jalloh:
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh (klick HIER)
Das Gleichbehandlungsbüro -GBB- Aachen und das Anti-Rassismus Informations-Centrum, ARIC-NRW e.V. haben einen mehrsprachigen Online-Ratgeber zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) entwickelt. Dieser ist derzeit in den Sprachen Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch erreichbar unter
Der AGG-Ratgeber zeigt verschiedene Handlungsmöglichkeiten bei rassistische Diskriminierung auf, informiert über rechtliche Vorgehensweisen gemäß dem AGG und gibt Hinweise für den Fall, dass der Gerichtsweg nicht sinnvoll erscheint.
Anlässlich des Todes von Miriam Makeba ein Kommentar von Adé Bantu:
Our continent has lost a passionate and courageous fighter. A woman who sacrificed her time, talent and energy towards waking up the world to the injustices of apartheid. She was the voice of the struggle, taking the curse of her people everywhere from concerts, radio and TV stations all the way to the United Nations where she represented Guinea, her exile home for many years. She paid the price for her activism and outspokenness both within the confines of her home and as a professional, she was blacklisted not only by the South African authorities and spied upon by the likes of the C.I.A. Her marriage to the African American Student leader and civil rights activist Kwame Ture (Stokely Carmichael) led to numerous concert cancellations and boycott by big time promoters and still she stuck to her guns. She was loved and admired by millions across the globe for her incredible talent and originality. Miriam Makeba was a rear gem of humility and simplicity amongst her super star peers.
In this moment of grief i rejoice knowing she lived to see the end of apartheid and the election of Barak Obama. Long live the first lady of African music, long live mama Africa.
Sehr guter und auf den Punkt gebrachter Leserartikel zur Wahl Obamas aus Weißer Perspektive, gefunden auf zeit-online.de…
Schwarze Impressionen
Welche Sehnsucht fokussiert sich auf eine politische Figur wie Barack Obama? Wir haben anhand medialer Präsenz sein Auftreten, seine Haltung, seine Stimme, seine Gestik, seine Sprache, seine Worte, seine Inhalte, seinen Style, seine Rollen (Politik/Sport/Familie) eingehend studieren können. Jede seiner Bewegungen, jeden Gesichtsausdruck haben wir nahezu aufgesogen – war da ein derartiges Vakuum nach politischer Figur, Hoffnung auf politische Integrität? (…)